Erfindergeist mit Leidenschaft
„Das Gute ist des Besseren Feind“ – dieser Leitsatz prägt Hansgrohe von Beginn an. Schon Firmengründer Hans, später sein Sohn Klaus und schließlich die Enkel Richard und Philippe folgen ihm mit Neugier und feinem Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen. Seit 1901 begleitet ein zentrales Motiv das Unternehmen: Ideenreichtum.
Erfinden, was der Kunde braucht
Über den eigenen Horizont hinausblicken, gewohnte Denkmuster hinterfragen und neue Wege einschlagen – all das führt immer wieder zu kreativen und zukunftsweisenden Lösungen. Das Credo für Innovation bei Hansgrohe: „Erfinden, was der Kunde braucht – plus ein bisschen Genialität“. Diese Impulse entstehen nicht nur im engeren Familienkreis. Sie sind das Ergebnis echter Teamarbeit – getragen von vielen klugen Köpfen im Unternehmen, die mit Leidenschaft tüfteln und mit frischen Einfällen begeistern.
Vom Tüftler zur Branchengröße
Schon früh erkennt Hans Grohe die Bedeutung von Hygiene und Körperpflege – und handelt. Neben Uhrenteilen und Ofenrosetten produziert er bald Sanitärprodukte. So ebnet er den Weg in diese Branche und sichert das Bestehen des Betriebs.
Über Jahrzehnte entstehen aus simplen Brausen und Abläufen besondere Lösungen – wie 1932 die Schulterbrause und 1934 die erste automatische Wannenab- und -überlaufgarnitur.
1953 folgt ein Meilenstein: die erste höhenverstellbare Duschstange UNICA. Was damals als revolutionär gilt, gehört heute zur Standardausstattung in jedem Bad.
1968 kommt die Handbrause SELECTA auf den Markt – ein millionenfacher Bestseller. Sie steht für den Innovationsgeist des Unternehmens: mit verstellbaren Strahlarten und dem damals neuartigen Werkstoff Kunststoff.
Design macht den Unterschied
Bis weit in die 1970er-Jahre ist das heimische Badezimmer vor allem eines: eine funktionale Nasszelle. Armaturen und Brausen erfüllen lediglich ihren Zweck. Doch Klaus Grohe denkt weiter: Er will Technik mit Ästhetik verbinden.
Gemeinsam mit Esslinger-Design entsteht die farbige TRI-BEL-Brause – ein echter Hingucker mit drei Strahlarten. Sie bringt Farbe ins Bad und wird als erstes Produkt des Unternehmens mit einem Designpreis ausgezeichnet. Damit beginnt die erfolgreiche Designgeschichte des Schwarzwälder Sanitärherstellers. Enge Wegbegleiter sind Andreas Haug und Tom Schönherr von Phoenix Design.
Zeitlos modern
Mit der Einführung der Marke AXOR kommen ab 1993 weitere renommierte internationale Designer hinzu: Philippe Starck, Antonio Citterio, Patricia Urquiola, Jean-Marie Massaud sowie Edward Barber & Jay Osgerby. Sie entwickeln gemeinsam mit AXOR ikonische Produkte, die Funktion und Ästhetik auf höchstem Niveau vereinen – etwa die AXOR Starck Kollektion mit ihrer minimalistischen Joystick-Armatur, die auch nach 30 Jahren zeitlos modern wirkt.
Neuland: Armaturen
1981 beginnt eine neue Ära: Hansgrohe steigt in das Armaturengeschäft ein. Die erste Serie trägt den Namen ALLEGROH. Mit ihrem unkonventionellen Design, dem neuartigen Bügelgriff und einem innovativen Kugelmischsystem definiert sie die Einhebelarmatur neu – in einem Markt, der bis dahin von klassischen Ein- und Zweigriffarmaturen geprägt war.
In den über 40 Jahren Armaturenexpertise hat Hansgrohe für seine Marken AXOR und hansgrohe eine beeindruckende Vielfalt an Produktlinien geschaffen – in unterschiedlichsten Stil- und Designrichtungen, Oberflächen, Preisklassen und technischen Ausführungen, stets abgestimmt an die Anforderung internationaler Märkte.
Der Tempel im Bad
Bereits 1975 denkt Hansgrohe in Systemlösungen und präsentiert auf der ISH eine integrierte Duschkabine mit elektronischen Armaturen und automatischer Wechseldusche. Der Marktdurchbruch für vormontierte Duscheinheiten folgt jedoch erst 20 Jahre später und wird mit dem Namen PHARO als eigenständige Marke etabliert.
1989 sorgt Hansgrohe erneut für Aufsehen: Der als Studie vorgestellte „Duschtempel“ begeistert das Publikum. Die Nachfrage bleibt und so geht das Luxusprodukt 1995 in Serie.
Aus der Idee des Duschtempels entsteht 1993 ein neues Konzept: das Duschpaneel – erschwinglich für ein breites Publikum und über ein Jahrzehnt hinweg in vielfältigen Varianten äußerst erfolgreich.
Zur Jahrtausendwende setzt Hansgrohe mit dem mobilen Duschsystem „Cocoon“ ein weiteres visionäres Zeichen.
Trendsetter Raindance
Anfang der 2000er tüftelt Richard Grohe im Strahllabor und testet eine große Kopfbrause. Das Duscherlebnis begeistert ihn sofort, doch sein Vater bleibt skeptisch: „Die Kunden kaufen lieber Handbrausen.“ Dann kommt Klaus Grohe die zündende Idee: Warum nicht beides kombinieren?
Gemeinsam mit Phoenix Design entsteht eine Handbrause mit großflächiger Duschscheibe und kurzem Griff – komfortabel, innovativ, überraschend anders. Das
Raindance-Konzept ist geboren und löst 2003 einen neuen Trend aus: großflächige Hand- und Kopfbrausen, die das Duschen neu definieren.
Unsichtbare Revolution
Mit der Einführung der iBox universal im Jahr 2001 beginnt ein neues Kapitel der Unterputzmontage. Die geniale Idee: eine einzige Installationseinheit für alle Anwendungen – flexibel, vielseitig und universell einsetzbar. Sie macht komplexe Installationen deutlich effizienter. Statt zahlreicher Systeme genügt nun ein Grundkörper, der mit allen gängigen Anschlussarten kompatibel ist.
Installateure profitieren von schnellerer Montage, weniger Fehlerquellen und mehr Gestaltungsfreiheit. Die iBox universal wird millionenfach verkauft und gilt bis heute als Maßstab für intelligente Badinstallation.
Pionier in Sachen Nachhaltigkeit
Bereits Mitte der 1980er-Jahre rücken bei Klaus Grohe ökologisches Denken und Umweltschutz zunehmend in den Fokus. Neben zahlreichen nachhaltigen Projekten in Produktion und Verwaltung bringt das Unternehmen 1987 mit der Mistral-Eco die erste Wasser sparende Handbrause auf den Markt.
Seither arbeitet die unternehmenseigene Strahlforschung täglich an der Frage: Wie lässt sich Wasser reduzieren, ohne Komfortverlust? Durch jahrzehntelange Entwicklungsarbeit entstehen wegweisende Technologien wie beispielsweise RainAir. Dabei wird Luft mit Wasser vermischt – für einen sanften, umhüllenden Tropfenregen und ein intensives Duschgefühl.
Wasser und Komfort immer wieder neu gedacht
Doch der Visionär Klaus Grohe denkt weiter. Ende der 1990er-Jahre beschäftigt er sich mit Grauwasser-Recycling. Die Pontos-Anlagen bereiten Dusch- und Badewasser auf – zur Wiederverwendung für Waschmaschine, Toilette oder auch Gartenbewässerung.
2023 folgt ein weiterer Meilenstein: die Hansgrohe Green Vision Beyond Water – ein konzeptuelles Badezimmer das bis zu 90 Prozent weniger Wasser verbrauchen soll.
Seit 125 Jahren ist Hansgrohe ein Zuhause für Tüftler und Denker – ein Ort, an dem Wasser und Komfort immer wieder neu geformt werden. Was Klaus Grohe zum 100-jährigen Jubiläum sagte, gilt bis heute: „Der Weg zu einem führenden Badausstatter war von Höhen und Tiefen geprägt. Aber wir hatten immer das Ziel, innovative, umweltschützende und designgeprägte Produkte für das Bad herzustellen.“
„Der Weg zu einem führenden Badausstatter war von Höhen und Tiefen geprägt. Aber wir hatten immer das Ziel, innovative, umweltschützende und designgeprägte Produkte für das Bad herzustellen.”Klaus Grohe, 2001