Vater und Söhne
Hans Grohe Senior, seine Söhne und Enkel prägen das Unternehmen Hansgrohe über viele Jahrzehnte hinweg. Ob Erstgeborener, Nachzügler oder die Generation der Enkel: Sie alle bestimmen maßgeblich den Lauf der Unternehmensgeschichte vom kleinen Handwerksbetrieb hin zu einem Global Player der Sanitärindustrie.
Wie alles begann
Als Hans Grohe 1901 seinen Betrieb in Schiltach gründet, ist sein erster Sohn mit gleichem Vornamen sechs Jahre alt. Wie seine beiden älteren Schwestern Helene und Liesel ist auch Hans jun. in Luckenwalde bei Berlin geboren. Die gemeinsame Mutter Luise stirbt bereits 1897. Das ist ein Grund, weshalb der Vater mit seinen drei kleinen Kindern eine neue Zukunft im Schwarzwald sucht.
Wie das kleine Unternehmen, so wächst auch die Familie: Hans sen. heiratet Magdalena Schöttle aus Schiltach. Ihr gemeinsamer Sohn Friedrich erblickt 1904 das Licht der Welt.
Der „Stammhalter“
Von klein auf arbeitet Hans Junior im väterlichen Betrieb mit und muss sich dort beweisen. In Stuttgart macht er eine Lehre und besucht die Handelsschule.
1914 – mit Beginn des Ersten Weltkriegs – verändert sich der Alltag. 1915 tritt auch der junge Hans in die Armee ein. Nach dem Krieg kommt der Betrieb „flott in Gang“ so ein Zitat des Firmengründers.
1921 erwirbt das Unternehmen in Alpirsbach die Klostermühle. Dort werden eine Messinggießerei und Dreherei eingerichtet. Mit 26 Jahren übernimmt Hans jun. die Verantwortung für diesen Unternehmensbereich. Rund 35 Mitarbeiter produzieren hier Ablaufventile für Waschbecken, Badewannen und Spülsteine.
Der zweitgeborene Sohn
Nach der Realschule besucht Friedrich Handelsschulen in Calw und Lausanne. Er absolviert eine Lehre im Eisen- und Armaturenhandel. Von 1928 bis 1934 unterstützt er tatkräftig seinen Vater im Schiltacher Betrieb, der stetig wächst. Friedrich erhält Prokura und entwickelt in dieser Zeit ein neues Verfahren, das Spritz-Pressgussverfahren zur Herstellung von Ventilkörpern und Geruchsverschlussteilen.
Im Sommer 1934 verlässt Friedrich das väterliche Unternehmen. Er geht seinen eigenen Weg und übernimmt 1936 in Hemer (Westfalen) die Eisenfabrik Berkenhoff & Paschedag. Ab 1948 heißt die Firma „Friedrich Grohe“. Mit dem Weggang seines Stiefbruders Friedrich erhält der älteste Sohn Hans jun. 1934 Prokura.
Der „Nachzügler“
Am 3. April 1937 erblickt Klaus, der jüngste Sohn des Firmengründers, in Aachen das Licht der Welt. Seine Mutter ist die Schiltacherin Emma Frieda Wolber, die dritte Frau von Hans sen.
Auch Klaus ist der unternehmerische Werdegang in die Wiege gelegt. Von Kindesbeinen an dreht sich in seinem Leben alles um die Firma Hans Grohe. Er ist Autodidakt, tüftelt und werkelt, probiert sich aus, sammelt praktische Erfahrungen und absolviert in Bern ein Studium der Wirtschaftswissenschaften. Seine eigentliche Karriere im Schiltacher Unternehmen beginnt er 1968 im Alter von 31 Jahren.
Die Familie hält zusammen
1953 wird Hans jun. zum Geschäftsführer ernannt. Als der Firmengründer Hans Grohe 1955 stirbt, gehen die Firmenanteile an seine Söhne Hans jun., Friedrich und Klaus über. Kommanditisten sind die Witwe Frieda Grohe sowie die Brüder Klaus und Friedrich.
1960 stirbt überraschend Hans Grohe jun.
Im Jahr darauf wird das Unternehmen in eine GmbH& Co. KG umgewandelt. Kommanditisten sind Friedrich und Klaus Grohe, die Erben von Hans jun. sowie die Kinder der beiden Töchter von Hans sen. Friedrich Grohe übernimmt nun in Schiltach die alleinige Geschäftsführung. Gleichzeitig hat er dieselbe Position in seiner Firma in Hemer inne. Die Produktprogramme beider Unternehmen unterscheiden sich deutlich. Der Vertrieb erfolgt über die gleichen Kanäle. Bei Messen treten sie gemeinsam auf.
Gemeinsame Wurzeln – getrennte Wege
1968 veräußert Friedrich Grohe 51 Prozent seines Unternehmens in Hemer an den US-Konzern ITT. Durch den Verkauf der Friedrich Grohe Anteile an einen familienfremden Konzern sieht sich Klaus Grohe gezwungen, für das Unternehmen in Schiltach eine eigene Außendienstmannschaft aufzubauen.
1983 stirbt Friedrich Grohe. Seine Anteile an der Hans Grohe GmbH & Co. KG gehen an seine Erben über, ebenso die restlichen Anteile an Grohe (Hemer). 1984 verkaufen die Erben von Friedrich Grohe ihr Drittel der Anteile an Hans Grohe in Schiltach an die US-amerikanische Masco Corporation. Damit endet die familiäre Verbindung zwischen den Firmen Hansgrohe und Friedrich Grohe. Die Familien pflegen trotz der geschäftlichen Trennung weiterhin ein gutes Verhältnis.
Vater, Söhne, Enkel
In Schiltach setzt sich die Familiengeschichte fort. Klaus Grohe übernimmt die Geschäftsführung und später den Vorstandsvorsitz. Seine ältesten Söhne Richard (*1965) und Philippe (*1967) führen die Familientradition fort. Die Enkel des Firmengründers wachsen mit dem Unternehmen auf. Sie lernen das Geschäft von Grund auf.
Richard ist von 2008 bis 2016 stellvertretender Vorsitzender des Vorstands. Er entwickelt die Marke hansgrohe mit zahlreichen Innovationen zu einem internationalen Premiumlabel.
Philippe leitet von 2001 bis 2016 die Designmarke AXOR. Er setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit namhaften Designern. Beide prägen den internationalen Erfolg von Hansgrohe im neuen Jahrtausend.