Hansgrohe Group

Geschäftsbericht und Umsatz

Für die Hansgrohe Group war 2021 das erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte. Hier finden Sie die wichtigsten Zahlen und Fakten zu den Finanzen unseres Unternehmens auf einen Blick und ausführlich im aktuellen Geschäftsbericht. Erfahren Sie außerdem mehr über unsere Geschäftsstrategie sowie Daten und Fakten zur Hansgrohe Group weltweit.

Hansgrohe veröffentlicht jährlich einen Geschäftsbericht.
Der Vorstand der Hansgrohe SE informierte in einer digitalen Pressekonferenz über das Geschäftsjahr 2021.

Vorwort

Der Krieg in der Ukraine hält die Welt in Atem, er beschäftigt uns alle. Wir bei Hansgrohe verurteilen das völkerrechtswidrige Vorgehen des russischen Präsidenten. Unser Mitgefühl gilt allen Menschen, die durch die jetzige Situation sehr viel Leid erfahren. Wir sind tagtäglich erschüttert, geschockt und traurig über das, was in der Ukraine passiert – es ist ein unbegreiflicher Krieg, der sofort beendet werden muss.

'Business as usual‘ gibt es für die Hansgrohe Group und ihre Mitarbeitenden auf der ganzen Welt seit dem 24. Februar nicht mehr – vielmehr prüfen wir Tag für Tag aufs Neue, wie wir den Menschen in der Ukraine helfen können. Unser Unternehmen, aber auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unterstützen wo wir können – humanitär und monetär. Bei Hansgrohe haben wir unsere Mitarbeitenden zu Spenden aufgerufen und die Solidarität ist überwältigend. Auch als Unternehmen werden wir finanziell unterstützen. Zudem hat Hansgrohe Polen Medikamente und Hilfsgüter gekauft und diese zur Grenze mit der Ukraine gebracht. Darüber hinaus sind von Schiltach wiederholt Hansgrohe Kolleginnen und Kollegen mit mehreren Fahrzeugen mit gesammelten Hilfsgütern zur polnisch-ukrainischen Grenze aufgebrochen.

Unser Mitgefühl gilt allen Menschen in der Ukraine und allen Betroffenen des Krieges, die gerade in Angst um Familie, Freunde oder Bekannte leben müssen. Wir möchten unsere Solidarität mit der Ukraine zeigen, so dass wir entschieden haben, bis auf Weiteres sämtliche Aktivitäten mit Russland zu unterbrechen. Es werden vorerst keine weiteren Produkte nach Russland geliefert und keine neuen Bestellungen angenommen.

Nach intensiver Überlegung haben wir uns dazu entschlossen, unsere Pressekonferenz trotz des Krieges abzuhalten und unsere Geschäftszahlen 2021 live zu kommunizieren. Es sind Journalistenstimmen wie diese*, die uns darin bestärken: „Wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs und alles, was in der Ukraine geschieht, kann uns auch in Deutschland nicht kalt lassen. In diesen Tagen entscheidet sich, wofür die westlich orientierten Demokratien stehen. Dazu gehört eine freie Presse, die Fragen stellt, auch wenn sie unangenehm sind. Die erklärt, moderiert und den Lesern Orientierung bietet. Ich bin froh, in einem Land leben zu dürfen, in dem diese wichtigen demokratischen Werte selbstverständlich sind! Lassen Sie uns diese gemeinsam hochhalten.“

*Zitat von Hans Georg Pauli, Chefredakteur 'Installation Sanitär/Heizung', markt intern Verlag GmbH

Umsatz und weitere Zahlen

„Unser erfolgreichstes Geschäftsjahr in der gesamten 120-jährigen Firmengeschichte“ lautet das Resümee der Hansgrohe Group anlässlich ihrer digitalen Bilanzpressekonferenz zum Ergebnis 2021. Wir erzielten einen Gesamtumsatz von 1,365 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr (1,074 Milliarden Euro) entspricht dies einem Zuwachs von 27 Prozent. Das Betriebsergebnis stieg auf 249,7 Millionen Euro, eine Steigerung um ebenfalls 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr (197,0 Millionen Euro). Die daraus resultierende Umsatz-Ergebnisquote von 18,3 Prozent ist identisch zu 2020.

„Unser besonderer Dank gilt allen Hansgrohe Mitarbeitenden, denn sie haben dieses außergewöhnliche Ergebnis erst möglich gemacht“, sagt Hans Jürgen Kalmbach, Vorsitzender des Hansgrohe Vorstands. „An sämtlichen Hansgrohe Standorten haben unsere Kolleginnen und Kollegen sehr flexibel und engagiert auf die Sondersituationen reagiert“, bekräftigt der CEO. „Die außergewöhnlich hohe Nachfrage und die Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten haben uns stark gefordert. Alle haben unter den anhaltenden Pandemiebedingungen Höchstleistungen erbracht, damit wir unsere Kunden mit dem gewohnten Hansgrohe Service beliefern und bedienen konnten.“

Globales Wachstum

Die Hansgrohe Group erwirtschaftete 2021 rund 74 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. Der Auslandsanteil des Umsatzes erhöhte sich so gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt. Unsere Armaturen und Brausen lieferten wir in 152 Länder.

Den größten Umsatzanteil von rund 349 Millionen Euro generierten wir weiterhin in unserem Heimatmarkt. Im Vergleich zu 2020 (291 Millionen Euro) wächst der Umsatz in Deutschland um fast 20 Prozent, im Vergleich dazu stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 2,9 Prozent.

Die Zuwächse im internationalen Geschäft lagen sogar bei knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu diesem außerordentlichen Anstieg haben insbesondere die Umsatzentwicklungen des chinesischen als auch des US-amerikanischen Marktes beigetragen. Hinzu kommt der Umsatz durch die Mehrheitsbeteiligung des Ende 2020 akquirierten niederländischen Unternehmens Easy Sanitary Solutions (ESS).

Hansgrohe schafft weltweit über 650 neue Arbeitsplätze – davon fast 400 in Deutschland

Aufgrund unterschiedlicher strategischer Initiativen und des enormen Umsatzwachstums ist die Zahl unserer Mitarbeitenden stark gewachsen. Weltweit beschäftigten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 5.373 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2020: 4.714). Davon arbeiteten zum Stichtag am 31. Dezember 2021 in Deutschland 3.369 (2020: 2.971), an den internationalen Standorten der Hansgrohe Group 2.004 Personen (2020: 1.743).

„Unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben es in der Pandemiezeit geschafft, mehr als 650 neue Kolleginnen und Kollegen einzuarbeiten und in ihre Teams zu integrieren“, sagt der Hansgrohe CEO, „das ist eine unglaubliche Leistung.“ Als Anerkennung für ihren außerordentlichen Einsatz haben weltweit alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2021 eine Erfolgsprämie von insgesamt fünf Millionen Euro erhalten.

Sichere und moderne Arbeitsplätze

Im vergangenen Jahr ist die Hansgrohe Group mit dem Siegel „Top Employer 2021" für herausragende Arbeitsbedingungen ausgezeichnet worden und auch 2022 wurde uns diese Auszeichnung bereits erneut verliehen. Hansgrohe investiert an allen Standorten fortlaufend in sichere und moderne Arbeitsplätze, sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung.

Als Learning aus der Pandemie setzen wir noch stärker auf individuelle Arbeitszeitmodelle. In denjenigen Bereichen, wo es praktikabel ist, gibt es seit Sommer 2021 keine fixen Vorgaben und keine starren Regelungen mehr, wer wann im Büro oder mobil arbeitet. Das jeweilige Team beschließt gemeinsam, wie interne Abläufe und Erreichbarkeit im Sinne der Kunden und der Kollegen am besten umgesetzt werden.

Investitionen in Wachstum, Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Trotz der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten hält die Hansgrohe Group an ihrer geplanten Investition in einen neuen Standort in Serbien fest. Für bis zu 85 Millionen Euro wollen wir in der Stadt Valjevo ein Werk bauen, in dem Ende 2023 Armaturen hergestellt werden sollen. „Mit dieser Investition stärken wir unseren Fertigungsverbund in Europa“, sagt Hans Jürgen Kalmbach, Vorsitzender des Vorstands der Hansgrohe SE. „Sie ist Teil unserer globalen Fertigungsstrategie, damit Lieferketten und Transportwege kurz und sicher bleiben.“

Gleichzeitig investieren wir in unsere bisherigen deutschen Standorte. Das Schiltacher Produktionswerk wird für 12 Millionen Euro modernisiert und ab Mitte 2022 als Produktionsstätte seiner Designmarke AXOR operieren. Der Standort in Alpirsbach wird ebenfalls umgebaut und ab Sommer 2022 als Innovationspark fungieren.

Insgesamt lagen die 2021 getätigten Investitionen der Hansgrohe Group bei 51,3 Millionen Euro (2020: 46,8 Millionen Euro). Neben den Investitionen in die Modernisierung der verschiedenen Standorte flossen die Gelder in die Produktionsbereiche, insbesondere in die mechanische Bearbeitung, die Kunststoffspritzerei sowie in die Montagebereiche. Wichtige Investitionsprojekte ergeben sich auch durch die fortschreitende Digitalisierung in Produktion, Logistik und Verwaltung.

Digitale Vermarktung von Produktneuheiten

Die digitale Kommunikation ist auch bei der Vermarktung der Produktneuheiten nicht mehr wegzudenken und nimmt in Richtung der Sanitärkundinnen und -kunden einen sehr bedeutenden Part ein. Aufgrund des pandemiebedingten Ausfalls der wichtigsten Branchenmessen präsentierte die Hansgrohe Group im März 2021 ihre Innovationen für Bad und Küche virtuell auf den „Hansgrohe AquaDays“. Produktneuheiten wie die Armaturenlinie Vivenis von hansgrohe und das Design-Highlight AXOR One waren Höhepunkte des Programms. Die digitalen Events werden für die Sanitärpartnerinnen und -partner auch fortlaufend durch Online-Trainings und E-Learning Kurse ergänzt.

Vielfach ausgezeichnet

Unsere Innovationskraft wird regelmäßig von Dritten bestätigt. So sind wir zum fünften Mal in Folge zu den Top 100 Innovatoren des deutschen Mittelstandes gekürt worden. Die Marken AXOR und hansgrohe gewannen 2021 zahlreiche Designpreise, darunter German Design Awards in Gold, iF Gold oder auch red dot winner Awards. Seit 1974 machen wir uns mit unserer Designexpertise einen Namen und so wächst die Anzahl der gewonnenen Designpreise auf über 700.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität*

2021 haben wir auch weiter in unsere Nachhaltigkeit investiert. Alle deutschen Standorte arbeiten mittlerweile klimaneutral. Klimaneutralität bezieht sich auf die Treibhausgasemissionen aus Scope 1 und 2 (direkte Emissionen und konsumierte Energie and den Standorten) gemäß des Greenhouse Gas Protocols. Wo immer möglich reduziert die Hansgrohe Group diese Emissionen aktiv. Die verbleibenden Emissionen werden durch anerkannte, zertifizierte Klimaschutzprojekte kompensiert. Bis Ende 2022 werden die Standorte weltweit auf grünen Strom umstellen und Klimaneutralität* erreichen.

* Klimaneutralität bezieht sich auf die Treibhausgasemissionen aus Scope 1 und 2 (direkte Emissionen und konsumierte Energie and den Standorten) gemäß des Greenhouse Gas Protocols. Wo immer möglich reduziert die Hansgrohe Group diese Emissionen aktiv. Die verbleibenden Emissionen werden durch anerkannte, zertifizierte Klimaschutzprojekte kompensiert. 

Ausblick 2022

Die letzten zwei Jahre waren stark durch die Pandemie und ihre Folgen geprägt. „Auch 2022 wird das Pandemiegeschehen weiterhin Auswirkungen auf unser tägliches Leben haben“, sagt CEO Hans Jürgen Kalmbach. „Ebenso werden uns die weltweiten Liefer- und Materialengpässe sowie die steigenden Energiepreise fortlaufend beschäftigen. Bisher ist es uns gelungen, die Versorgung unserer Werke ohne Stockung der Produktion zu sichern. So haben wir uns auch für 2022 ehrgeizige Ziele bezüglich Umsatzzuwachs, aber auch Effizienzsteigerungen gesetzt. Die ersten Wochen des laufenden Jahres haben uns positiv gestimmt. Das aktuelle Kriegsgeschehen in der Ukraine und die wirtschaftlichen Einbrüche sowie die steigende Inflation stellen jedoch vieles in Frage.“

Auswirkungen des Krieges in der Ukraine

Wir haben Anfang März entschieden, bis auf Weiteres sämtliche Aktivitäten mit Russland zu unterbrechen. Es werden vorerst keine weiteren Produkte nach Russland geliefert und keine neuen Bestellungen angenommen. Der Fokus der Tätigkeiten liegt auf den insgesamt 36 Mitarbeitenden in Russland und deren bestmöglicher Unterstützung. In der Ukraine betreibt die Hansgrohe Group keine Vertriebsgesellschaft und hat auch keine eigenen Mitarbeitenden. Wir arbeiten jedoch mit zwölf Handelsvertretern zusammen, die sich alle in relativer Sicherheit im Westen des Landes aufhalten. Im Moment unterstützt Hansgrohe seine Geschäftspartner dabei, die Familien nach Deutschland in Sicherheit bringen und im Schwarzwald Unterkünfte zu finden.

Der Umsatzanteil dieser beiden Märkte ist für das Unternehmen nicht besonders bedeutsam, daher werden die direkten Auswirkungen erwartungsgemäß nicht sehr hoch sein. Die indirekten Auswirkungen des Krieges auf die Weltwirtschaft, die rasant steigenden Energiepreise sowie die Inflation lassen sich für Hansgrohe jedoch schwerlich abschätzen. Hansgrohe Chef Hans Jürgen Kalmbach fährt fort:

„Mit unserer internationalen Geschäftstätigkeit sind wir breit aufgestellt. Daher streben wir auch 2022 ein Wachstum über der Marktentwicklung an. Wir setzen weiterhin auf unseren Hansgrohe Teamgeist und unsere Flexibilität. Mit unserem solidarischen Denken und Handeln haben wir bisher viele schwierige Situationen gemeistert. Unsere wichtigste Hoffnung ist jedoch, dass keine weiteren Menschen, weder Russen noch Ukrainer, sinnlos leiden und sterben, sondern dass wir durch Diplomatie, Einsicht und Gesprächsbereitschaft auf allen Seiten bald wieder friedlicheren Zeiten entgegensehen.“

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Alle wichtigen Kennzahlen und Infos zur geschäftlichen Entwicklung der Hansgrohe Group im Geschäftsjahr 2021 finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.
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